17. Dez 2009 Wiebke Oeltjen Anwendungen

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Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit

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ab 2005 an der Universität Hamburg herausgegeben von:
Claudia Maurer Zenck und Peter Petersen
unter Mitarbeit von Sophie Fetthauer

URL: http://www.lexm.uni-hamburg.de
Kontakt: sophie.fetthauer@uni-hamburg.de

Das Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit stellt Biographien von Musikern und Musikerinnen vor, die 1933-1945 aus „rassischen“, politischen, kulturellen, religiös-weltanschaulichen oder anderen Gründen verfolgt waren. Im Mittelpunkt stehen damit Lebenswege, die durch Diskriminierung, Beraubung, Inhaftierung in Ghettos und KZs, durch Versteck oder Exil tiefe Einschnitte erfahren haben. In das Lexikon aufgenommen werden Personen aller Altersgruppen, sofern sie professionelle Musiker waren, zu den vom NS-Staat Verfolgten gehörten und in Deutschland oder Österreich wirkten oder bekannt waren. Dabei werden von der Komposition, Interpretation, Pädagogik, Wissenschaft bis zum Musikmanagement alle Bereiche des Musiklebens einbezogen. Ziel ist es, eine Grundlage für die Forschungsfelder Musik im NS-Staat und Exilmusik und die damit zusammenhängenden Fragen nach zerstörerischen Effekten der Verfolgung bzw. nach konstruktiven Effekten der Migration für die Musikkultur als Ganzes zu schaffen. Dies bedeutet eine Vervollständigung der bisherigen, in Bezug auf NS-Verfolgung und Exil lückenhaften Musikgeschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts, die Möglichkeit, gegenwärtige Konstellationen im Musikleben besser zu verstehen sowie vergessene Musiker/innen wiederzuentdecken. Es werden dabei zwei Ziele verfolgt: Einerseits soll mit dem Lexikon über das Einzelschicksal informiert werden, andererseits soll es als Forschungsinstrument für weitergehende Fragestellungen dienen.

Das Lexikon enthält zwei Typen von Datensätzen: erstens Datensätze zu Musikern und Musikerinnen („Personen“), 2. Datensätze zu Literatur und Quellen („Bibliographie“). Die Personendatensätze sind in eine Biographie sowie Stichwörter zu Personendaten, Berufen/Tätigkeiten und Verfolgung/Exil gegliedert. Zu unterscheiden sind dabei frei formulierter Text und vorformulierte Listen mit Schlagwörtern zu einzelnen Themen. Verzeichnisse von Werken, Quellen, Bild- und Notenbeispiele sowie Linksammlungen runden die einzelnen Artikel ab. Derzeit sind rund 2.700 Personendatensätze im Lexikon enthalten, darunter etwa 400 ausführliche Artikel und etwa 2.300 Kurzartikel (Stand: 17. Dez. 2009). Auf lange Sicht sollen es ca. 5.000 werden. Die Bibliographie verzeichnet Einträge zu Literatur (Bücher, Aufsätze, Zeitungsartikel usw.) ebenso wie Archivbestände zu einzelnen Personen. Momentan sind über die Bibliographie rund 8.400 Einträge abrufbar (Stand: 17. Dez. 2009).

Das Lexikon verfolgter Musiker und Musikerinnen der NS-Zeit verwendet MyCoRe (Version 2.0) in einem wissenschaftlichen Kontext. Wissenschaftliche Texte zu Musikern und Musikerinnen werden in dem Lexikon nach Themen systematisiert dargeboten, verbunden mit der Möglichkeit, Referenzen einzufügen (Links zu Literatur- und Quellenverweisen sowie anderen Personenartikeln) und den gesamten Datenbestand mittels detaillierter Suchfunktionen zu durchsuchen.

Autoren des Lexikons sind die Herausgeber, die wissenschaftliche Mitarbeiterin und die studentischen Hilfskräfte des Lexikon, darüber hinaus werden Artikel vor allem von externen Wissenschaftlern und Wissenschaftlern zu dem Lexikon beigetragen. Die Redaktion der Artikel liegt in den Händen der Herausgeber und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin. Letztere nimmt in Absprache mit den Autoren Korrekturen und Ergänzungen an den Artikeln vor und gibt sie in das Lexikon ein. Das Lexikon ist als Informationsquelle für die Fachöffentlichkeit, namentlich Universitäten, Musikhochschulen, Forschungseinrichtungen, Opernhäuser, Konzertagenturen, Verleger, Tonträgerindustrie, Rundfunkanstalten usw., konzipiert, ebenso wie für die interessierte Öffentlichkeit.