1. Jan 2013 Jens Kupferschmidt Anwendungen

Islamische Handschriften

Projekte zur datenbankgestützten Erschließung und digitalen Bereitstellung arabischer, persischer und türkischer Handschriften

Islamische Handschriften

Screenshot: Islamische Handschriften

Begonnen hat die Projektgruppe mit dem Kooperationsprojekt des Orientalischen Instituts mit der Universitätsbibliothek Leipzig und dem Universitätsrechenzentrums Leipzig als Teil des Förderprogramms “Kulturelle Überlieferung” im Bereich der “Wissenschaftlichen Literaturversorgungs- und Informationssysteme” (LIS) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der Prototyp IslamHS widmet sich der datenbankgestützten Erschließung und digitalen Publikation einer Gruppe von arabischen, persischen und türkischen Handschriften, welche die Universitätsbibliothek 1995 und 1996 erworben hat.

Das Projekt hatte Modellcharakter, da erstmals die arabische Schrift in Verbindung mit den deutschen und englischen wissenschaftlichen Transskriptionssystemen in eine Datenbank integriert wurden. Zugleich wird ein bislang völlig unbekannter Fundus orientalischer Handschriften der internationalen Arabistik/Orientalistik zur Verfügung gestellt. Die im Rahmen des Projekts zu bearbeitenden Kodizes weisen ein erstaunlich breites inhaltliches Spektrum auf, das fast alle traditionellen islamischen Wissensgebiete umfasst.

Etliche Handschriften zeichnen sich durch die frühen Lebensdaten ihrer Autoren aus (9./10. bis 18. Jh. n. Chr. mit Schwerpunkt im 13. bis 15. Jh. n. Chr.) sowie durch das teilweise sehr hohe Alter der Abschriften, die bis in das 12. Jahrhundert n. Chr. zurückreichen: Besonders wertvoll ist dabei eine Kopie des bekannten Werkes Kitāb az-Zīna des ismā’īlītischen Autors Abū Ḥātim ar-Rāzī (st. 322 H. / 934 n.Chr), die ca. 200 Jahre nach seinem Tod in der Nähe seines Wohnorts Rayy im Iran vorgenommen wurde.

Die guten Erfahrungen bei der Nutzung des Prototypes, inzwischen in MyIHS umbenannt, führten zu drei weiteren Projekten, welche den bestehenden Codestand nachnutzen und diesen aktualisieren und erweitern. Zum einen werden mit Hilfe der Software Handschriften der Regionen Banda Aceh und Zentraljava (Indonesien) katalogisiert. Dieses Projekt ist gefördert vom Auswertigen Amt und erweitert den Prototypen um die indonesische Sprache. Daneben wird die indonesische Handschriftenorganisation Manassa eine eigene Instanz in Jakarta betreiben. Auch das Orientalische Institut Leipzig hat zusammen mit den bewährten Partnern ein weiteres Projekt gestartet: die Katalogisierung und Digitalisierung der Handschriften der Privatbibliothek Refaiya. Der Prototyp MyIHS ist unterdessen als eigenständige Demo-Version verfügbar.

Name Laufzeit URL
IslamHS01.08.2006 - 31.01.2008http://islamicmss.dl.uni-leipzig.de/
Banda Aceh01.01.2008 - 31.12.2009http://www.manuscripts-aceh.org/
Refaiya01.10.2008 - 30.09.2010http://www.refaiya.uni-leipzig.de/
Zentraljava01.01.2009 - 31.12.2010http://www.manuscripts-java.org/
MyIHSwird ständig verbesserthttp://myihs.dl.uni-leipzig.de/